Brel à part – Französische Chansons von der Renaissance bis Brel

Franzoesische Chansons von der Renaissance bis Brel und Barbara meisterlich vorgetragen von Maja Hilke.

© Robert Seidemann

Es gab im Vorlesungsangebot der Westfälischen Wilhelms Universität zu Münster eine Vorlesung, die mein Interesse geweckt hatte und zu der ich gern hin geradelt bin: „Lieder und Texte in den Liedern der Trobadoure von der Zeit der provenzalischen Trobadoure bis Francois Villon“ (so oder so ähnlich). Deshalb hatte mich der NC Computer da nicht hingeschickt, aber es konnte keinen größeren Kontrast zum pragmatischen Teil meiner Studien geben: Hier der kleine Kreis der Romanisten, die ihre Vorlesungen im alten Schloss am See abhielten, dort der Massenbetrieb in der Vorlesungshalle, die eine inhumane Kreuzung aus ICE Bahnhof und Markthalle ist.

© Robert Seidemann Der Titel des Konzerts von Maja Hilke (Gesang und mehr) und Alon Sariel (Laute) erinnerte mich stark an die Vorlesung damals in Münster. Ganz so weit zurück in der Zeit sollte es an diesem Abend nicht gehen, aber es beginnt sogleich mit einem Lied von Guillaume Dufay aus der flämisch/burgundischen Region zur Zeit der Renaissance. Maja schwebt quasi in den voll besetzten Raum, singend wie weiland ein wandernder Minnesänger es vielleicht auch tat. Die Lieder werden uns inhaltlich nähergebracht und dann auf Französisch vorgetragen. Dabei bin ich zunächst einmal völlig verblüfft über die Perfektion ihrer Aussprache: soweit kann man es tatsächlich bringen.

© Robert Seidemann
Und dann erst der Gesang: ich kann es kaum glauben unversehens diese wunderbare sogenannte „alte Musik“ zu erleben, die mich seit so vielen Jahren fasziniert. Dazu trägt natürlich ganz wesentlich die Begleitung der Laute bei, durch die selbst die Lieder von Brel und Barbara einen Hauch Barock abbekommen. Da ist ihre kleine, selbstgestrickte CD als Kontrast schön zu hören, weil sie dort im Ensemble „Mauve“ auf dem Klavier begleite wird, was den Chansons eine ganz andere Anmutung gibt. Jetzt also schnell die Seite von Mauve abonnieren und aufmerken, wenn das nächste Konzert lockt!

 

 

 

Il Giardino Armonico con Sol Gabetta

Ein musikalisches Spitzentreffen im Rahmen der Thüringer Bachwochen 2016

Thüringer Bachwochen 2016, Do. 7.4.2016, Weimarhalle in Weimar

Sol Gabetta — Violoncello
Il Giardino Armonico
Giovanni Antonini — Blockflöte und Leitung

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Ein Programmheft in der Stadtbücherei war der Auslöser für diesen Ausflug nach Weimar: von den im Rahmen der Thüringer Bachwoche angekündigten Konzerte war eines sozusagen unwiderstehlich und hatte für mich durchaus das Zeug zum Musikerlebnis des Jahres. Im Winter hatten wir die Aufnahmen mit Sol Gabetta aus ihrem Vivaldi Projekt gehört und die umtriebige Frau war ja auch auf sympathische Weise als musikalischer Scout mehrmals im Fernsehen zu erleben. Der harmonische Garten braucht keine Einführung, der Name ist Inbegriff erlebbarer und lebendiger Barockmusik in seiner schönsten Form auf historischen Instrumenten und in authentischer Aufführungsart. Die Erwartungen waren also hoch als wir uns auf den Weg durch den Europapark zur Weimarhalle machen. Zunächst beeindruckt die Architektur: der beidseitige Eingangsbereich, die gläserne Offenheit zum Park, die Durchblicke zur Innenstadt. Die Halle selbst ist zwar schlicht kubisch wie eine Turnhalle, aber durch die Verwendung hölzerner Stäbe gleicht sich die Anmutung der Wandflächen dem Aussehen der Streichinstrumente an. Auch die Akustik der Halle ist gut: man hört die Instrumente auch auf den hinteren Plätzen klar und ohne jeden Halleffekt.

Der Giardino Amonico eröffnet das Konzert zunächst allein: was bei diesen Musikern sofort besticht, ist sind die unglaubliche Präzision und das Timing ihres Spiels. Es ist dieser Eindruck, wie ich ihn schon auf Jazz-Konzerten erlebt habe: Die Musik steht so monolithisch im Raum, dass man meinen könnte, es gäbe überhaupt nur ein Instrument, dass alles spielt. Diese Einheit im Klang haben wir sicher ganz wesentlich dem Dirigenten Giovanni Antonini zu verdanken, der mit viel Körpereinsatz die Gruppe leitet. Zu den bekannten Brandenburgischen Konzerten gesellt sich Sol Gabetta der Gruppe hinzu. Es ist schon etwas Besonderes, nicht nur ihr temperamentvolles Spiel zu hören wie auf den CD’s zu Hause, sondern ihr beim Musizieren zuschauen zu können. Beim 4. Brandenburgischen Konzert, das ánders als angekündigt gleich nach der Pause gespielt wurde, schlüpft dann Antonini im Grunde genommen zusätzlich zur Dirigentenrolle in die Rolle des Flötisten. Jetzt spielen zwei Ausnahmesolisten in und mit einem harmonisch abgestimmten Barockorchester. Wenn Antonini sich richtig ins Zeug legt, hat man fast schon den Eindruck vom tanzenden Derwisch, dabei ist sein Spiel ohne abwegige Schnörkel einfach aus jahrzehntelanger Übung perfektioniert. Zum Schluss verneigt sich Antonini gemeinsam mit Sol Gabetta vor dem begeisterten Publikum: wir haben alle ein großartiges Konzert erlebt und nach den standing ovations der Zuschauer gibt es schließlich auch noch eine Zugabe.

Carl Philipp Emanuel Bach

Violoncellokonzert A-Dur Wq 172

Wilhelm Friedemann Bach

Sinfonia F-Dur, F 67

Johann Sebastian Bach

Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048

Brandenburgisches Konzert Nr. 4 G-Dur BWV 1049

Georg Friedrich Händel

Concerto grosso F-Dur op.6 Nr.2

Georg Philipp Telemann

Konzert für Flöte und Viola da gamba a-Moll TWV 52:a1

LACHRIMÆ, OR SEAVEN TEARES

Alte Musik im Parthenonsaal. Das Konzert LACHRIMÆ, OR SEAVEN TEARES mit Dowlands Pavanen und frühbarocken Sonaten.

In der Reihe SAITENWECHSEL,  Musik im Parthenonsaal, fand am  31.1.2016 das Konzert LACHRIMÆ, OR SEAVEN TEARES mit Dowlands Pavanen und Frühbarocke Sonaten satt. Den geschichtsträchtigen Rahmen bildete die Sammlung der Gipsabgüsse im Archäologischen Institut der Georgia Augusta Universität. Die Musiker waren Angela Hug, Joachim Arndt, Stepan Möhle, Elke Hardegen-Düker: Blockflöten, Laura Frey: Viola da Gamba und Andreas Düker, Laute/Barockgitarre.

Copyright 2015 Robert Seidemann

Bei diesem Konzert kontrasierte die meine Gefühle so unmittelbar ansprechende Polyphonie des Engländers mit den so verspielten Melodien aus dem Italien jener Zeit. All zu sehr kann die Traurigkeit trotz des Themas da nicht mehr dominieren. Besonders beeindruckt war ich neben dem Lautenspiel von Andreas Düker von der Gambistin Laura Frey, von der ich gern mehr hören möchte. Aber auch die Flöten waren virtuos, zumal sie bei den frühbarocken Stücken im Vordergrund stehen.

Copyright 2015 Robert Seidemann

Das Programm des Konzertes

John Dowland (1563 – 1626)

Lachrimae or seven tears

in einer Fassung mit vier Blockflöten, Viola da Gamba & Laute

 

Pavan I – (Die alten Tränen)

Dario Castello (vor – 1658): Sonata Terza (a due)

Pavan Il . Lachrimae Antiquae Novæ (Die neuen alten Tränen)

Bartolomeo de Selma (um 1580 – Fantasia (basso solo)

 

Pavan III Lacrimae Gementes (Die seufzenden Tränen)

Dario Castello, Sonata Duodecima (a tre)

Pavan IV Lacrimae Tristes (Die traurigen Tränen)

Alessandro (15GG • 1638): Toccata XII – Cromatica

 

Pavan V – Coactae (Die gezwungenen Tränen)

Angelo Berardi (um 1636 – 1694): Canzona Sesta (solo)

 

Pavan VI Lacrimae Amantis (Die Freundestränen)

Tarquinio Merula (1595 – 1665) La Trecha (a due)

 

Pavan VII Lacrimae Verae- (Die wahren Tränen)

Während Dowlands Sammlung aus dem Jahre 1604 den Höhepunkt elisabethanischer Melancholie und die Kunst der Polyphonie zelebriert entsteht in Italien zur gleichen Zeit eine Neue Musik, una „Nuove Musiche“ die Monodie, der kunstvoll begleitete Sologesang, affektreich ausgestaltete Melodien, die sich – reich verziert – aus dem polyphonen Korsett befreien und das neue Zeitalter einleiten..

Die Sonaten und Canzonen von Berardi, Fontana, Castello, Merula und Piccinini stehen hier stellvertretend für das neue Barockzeitalter. (aus dem Programmheft)

Vom Orient zum Okzident

Jordi Savall y Hespèrion XXI. Konzert in der alten Oper Frankfurt mit traditionell sephardischer, armenischer, türkischer und griechischer Musik

Konzert von Hespèrion XXI mit Jordi Savall am 20.3.2015 Hespèrion XXI im Mozart Saal der Alten Oper Frankfurt im Rahmen des Festivals Zwischentöne.

Dem Wahren, Guten, Schönen
Dem Wahren, Guten, Schönen

Hespèrion XXI

Hakan Güngör, Kanun Yurdal Tokcan, Oud Haïg Sarikouyoumdjian, Ney und Duduk Dimitri Psonis, Santur Pedro Estevan, Percussion Jordi Savall Fiedel, Lyra & Leitung

Brasserie am Opernplatz
Brasserie am Opernplatz

Zum Glück wurde über das Festival Zwischentöne im Dezember 14 umfangreich in der FAZ berichtet. Da gibt es Konzerte mit klassisch persischer Musik, indischen Ragas und dann die Ankündigung, dass Meister Jordi Savall mit seinen co-genialen Musikern nach Frankfurt kommt. Ich folge dem Mann ja schon seit Jahren auf fb, aber so in der Nähe wie diesmal war er noch nie. Also nix wie hin! VorgespraechPublikum Da steht man nun vor der hell erleuchteten Alten Oper: bei Nacht ein schöner Platz. Innen ist das Haus hochmodern. Vor dem Konzert spricht Jordi mit einem Moderator. Dieser fragt ihn, warum er im Vorjahr den wichtigen Kulturpreis des spanischen Staates abgelehnt hat. Die Begründung hatte Jordi ja schon ausführlich auf fb begründet. Hier sagt er zunächst einmal sehr ehrlich: es ist ihm schwergefallen: es ging immerhin um 30.000 €! Aber er wollte ein Zeichen setzen gegen die Ignoranz der staatlich spanischen Kulturförderung. Der vorrangige Kanon der geförderten Musik in Spanien betrifft die berühmten Klassiker von Bach bis Wagner. Die Hochzeit der spanischen Musik war jedoch die Renaissance, die sogenannte alte Musik. Hier liegen die Wurzeln der spanischen Musikkultur und das Erbe der christlichen, jüdischen, arabischen, keltischen und katalanischen Vorfahren. Diese Zeit wideraufleben zu lassen ist Jordi Savall beeindruckend gelungen und ich persönlich kann gar nicht genug davon entdecken. Aber auf den großen Bühnen in Spanien kommen solche Aufführungen eher selten vor. Der Weg zu den Wurzeln seiner Musikkultur führte ihn zu den Traditionen der sephardischen und arabischen Musik in Andalusien und umfasst schließlich den gesamten Mittelmeerraum als da sind die ottomanische, armenische, arabische, sephardische und christliche Musiktradition. Diese Musik basiert auf anderen Ton – und Rhythmussystemen als unser traditionelles, wohltemperiertes System. Umso faszinierender ist es, einer solch maximal-multikulturellen Gruppe beim Musizieren zusehen und zuhören zu können. Noten2

Santur
Santur
Percussion
Percussion
Fidel
Fiedel

Noten1Das Programm des Abends findet man ansatzweise auf der CD ISTANBUL mit Werken nach Dimitrie Cantemir „Das Buch der Musikwissenschaft“ zusammengestellt aus Musik der Osmanen im Dialog mit den sephardischen, armenischen und griechischen Musiktraditionen.

MEHMED/ CANTEMIR Der Makam-i «Uzzäl usules Darb-i feth» CANTEMIR Der makam-i Hüseyni Semâ’î Der makam-i Räst „Murass’a“ usules Düyek Der makam-i Hüseyni Sakil-i Aga Riza sowie traditionelle sephardische, armenische, türkische und griechische Musik

Applaus
Hesperion XXI

Auch wenn ich auch taksim und makam nicht auseinanderhalten kann, begeistert mich diese Musik. Jeder der Gruppe ist ein perfekter Solist auf seinem Instrument, sie stammen aus ganz unterschiedlichen Kulturen und sie spielen doch wie aus einem Guss. Häufig spielt ein Instrument die Melodie an, die von den anderen aufgegriffen und weiterentwickelt wird. Dann gibt es einen Dialog der Stimmen, wo sich Fidel und armenische Flöte gegenseitig aufschaukeln. Jordi Savall hat auf Fiedel und Lyra richtig viel zu tun. Anders als bei den klassischen Villancicos sind es keine getragenen Melodien. Pedro Estevan ist als Perkussionist ein Genie: manchmal macht er fast nichts, aber das mit einer so traumwandlerischen Präzision, dass man es schier kaum glauben kann und vermittelt dadurch den Stücken eine unglaubliche Spannung. Die Melodien sind oft eher einfach aber durch das Anstimmen auf nur einem Instrument, das Einfallen der anderen und den Dialog ist es mitreißend. Als kleine Zugabe erwähnt Jordi noch, wie sich aus einer Melodie der makedonischen Liturgie ein osmanisches Volkslied entwickelt hat, das wiederum in die arabische Musik aufgenommen wurde: mit gelassener Perfektion spielt er uns die drei Varianten auf seiner Fiedel kurz vor: ganz klar, immer die gleiche, einfache Melodie und doch so verschieden im Ausdruck.

Jordi uno
Jordi Savall
Pedro Estevan
Pedro Estevan
Jordi dos
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Estacion
Heimweg

La Bella Italia: Barockkonzert im Parthenonsaal

IMGP0192Der Parthenonsaal im Obergeschoss der Gipsabdrucksammlung des archäologischen Instituts der Georg-August-Universität Göttingen ist schon ein besonderer Ort. Um uns herum sind Kopien aller Figuren vom Parthenontempel der Akropolis aus Athen versammelt. Dr. Daniel Graepler, Kustos der Sammlung, eröffnet den Abend mit einer Neuigkeit: gerade erst wurde das Alter der Entstehung neu datiert: 250 Jahre sind die Plastiken alt. Die Originale aus Marmor befinden sich im British Museum in London. Der Saal hat eine etwas hallende Akustik, was sehr gut zu einem Konzert mit so feinfühligen Instrumenten wie Laute, Flöte und Gambe passt. Die Instrumente sind allein schon beeindruckend: die Erzlaute von Andreas Düker hat einen  zweiten Wirbelkasten, so dass insgesamt 12 Saiten über das Griffbrett laufen. Sehr harmonisch gelingt das Zusammenspiel mit der Viola da Gamba von Anne Sabin u.a. bei der Sonate von Scarlatti. Perfekt spielen sie dann als Trio ein Stück von Vivaldi, die Traversflöte von Britta Hauenschild zaubert die Melodie über Laute und Gambe hinweg in den Saal. Ich freue mich schon auf das nächste Konzert, das in diesem Rahmen tatsächlich alle Sinne anspricht, und viel Schönheit zum Ausdruck bringt.

Das Göttinger Tageblatt berichtet in seiner Ausgabe vom 17.Februar über das Konzert:

„Saitenwechsel“ im Parthenon-Saal, Andreas Düker startet neue Konzertreihe mit „Les Papillons“ in Gipsabguss-Sammlung der Universität, Von Udo Hinz

Skulpturen des antiken Athens umgeben das Publikum im lichtdurchfluteten Parthenon-Saal des Archäologischen Instituts. Hier inmitten der ältesten Universitätssammlung antiker Gipsabgüsse hat der Göttinger Lautenist und Gitarrist Andreas Düker am Sonntag-Nachmittag die neue Konzertreihe „Saitenwechsel“ eröffnet . Gewählt hat er den Saal, da es hier neben der besonderen Atmosphäre auch eine exzellente Akustik gibt – ideal für leise Kammermusik.

Mit dem Ensemble „Les Papillons“, ein Trio mit Mitgliedern aus Göttingen und Bad Gandersheim , spielt Düker seit fast 20 Jahren: Britta Hauenschild an der Traversflöte und Anne Sabin an der Gambe. Unter dem Titel „La Bella Italia“ verführen die drei Instrumentalisten im vollbesetzten Saal in die sonnige Barockmusik Italiens.

Schon bei den ersten Takten stellt sich heraus , wie geeignet der Saal für diese Musik ist: Der warme Gesamtklang des Trios mit dem Holzklang der Traversflöte, dem weichen Ton der Erzlaute und dem geerdete Timbre der Gambe ist sehr präsent und klar zu hören. Das Trio hatte mit Arcangelo Corelli, Antonio Vivaldi und Domenico Scarlatti drei der ganz großen Barock-Meister Italiens auf dem Programm. Flötistin Hauenschild spielt die Adagios erhaben, die Allegros fröhlich, die Largos verträumt und die Vivace tänzerisch leicht. Ihr lieblicher Ton auf der Flöte schwebt über Laute und Gambe. Anne Sabin hat ihren großen Moment im Corellis Sonate D-Dur für Gambe und Generalbass. Das virtuose Werk war ursprünglich für Violine geschrieben. Sabin wird in diesem Duo mit zartem, ja zärtlichem Ton auf der Laute begleitet. Düker selbst glänzt in der auf Laute übertragenen Cembalo-Sonate D-Moll K 90 von Scarlatti. Herrlich, wie die Töne seiner Laute anfangs mit der gezupften Gambe verschmelzen und wie er die anspruchsvollen Läufe im Allegro mit Leben füllt.

Doch das Trio stellt auch selten zu hörende italienische Komponisten vor: Antonio Lotti, Francesco Geminiani und Pietro Locatelli. Zum Schluss greift Düker zur Barockgitarre. Mit Corellis „La Follia“ aus der Sonate D-Moll Op. 5 Nr. 12 stimmt das Trio einen spanisch inspirierten Tanz an und erinnert so daran, wie europaweit vernetzt und informiert die damalige Musikszene schon war. Mit der Zugabe kam das herzlich klatschende Publikum wieder in der deutschen Realität zurück: Das Trio spielte aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ das Largo aus „Der Winter“.

Die virtuelle Sammlung der Gipsabdrücke

Die hompage des Lautenspielers Andreas Düker

Te recuerdo Amanda

12. Januar 2015, Öffentliche Vortragsreihe im Wintersemester 2014/2015, 13 Lieder. Lektüren und Analysen populärer Songs, Victor Jarra: Te recuerdo Amanda.
Referentin Friederike von Criegern: u.a. Dissertation über den chilenischen Dichter Floridor Pérez, Veröffentlicht 2006 “Für einen Fisch ein Flügel zu viel” mit Gedichten in ihrer Übertragung ins Deutsche. S.a. Pérez, Cartas de prisoniero.

Das als „topical song“ bzw. Protestsong bezeichnete Lied wird bei Umfragen in Lateinamerika als bedeutsamstes Lied direkt nach Gracias a la vida von Violeta Parra genannt. Die beiden Namen im Lied, Amanda und Manuel, finden sich in der Familie Victors bei Mutter und Tochter und seinem Vater wieder. Darüber hinaus ist amanda das Gerundium von amar was man mit „die Liebende“ übersetzen kann, also die Liebende schlechthin.

Das Lied auf Youtube

Te recuerdo Amanda
la calle mojada
corriendo a la fábrica
donde trabajaba Manuel.
La sonrisa ancha
la lluvia en el pelo
no importaba nada
ibas a encontrarte con él
con él, con él, con él
son cinco minutos
la vida es eterna
en cinco minutos
suena la sirena
de vuelta al trabajo
y tú caminando
lo iluminas todo
los cinco minutos
te hacen florecer.

Te recuerdo Amanda
la calle mojada
corriendo a la fábrica
donde trabajaba Manuel.
La sonrisa ancha
la lluvia en el pelo
no importaba nada
ibas a encontrarte con él
con él, con él, con él
que partió a la sierra
que nunca hizo daño
que partió a la sierra
y en cinco minutos
quedó destrozado
suena la sirena
de vuelta al trabajo
muchos no volvieron
tampoco Manuel.

Der Text hat zahlreiche a-Endungen, die wie Reime wirken. Er hat zwei Teile: im ersten Teil wird die Liebe zwischen Amanda und Manuel geschildert durch das Bild der zwei sich in einer Pause begegnenden Liebenden, die für 5 Minuten glücklich sind (Höhepunkt auch klanglich: „con él“ und „eterna“. Im zweiten Teil wird diese Liebe vernichtet, als ebensolchen 5 Minuten ein Grubenunglück Manuel das Leben kostet. Er ist einer von Vielen, die von der Arbeit nicht mehr heimkehren.

Interessant ist der Weg Jarras vom Theater zum Gesang und die Bedeutung von Violeta Parra in seinem Werdegang. Mich erinnert es ein wenig an die Bedeutung von Edith Piaf für Georges Moustaki in Paris. Jara zählt zu den Vertretern der „nueva canción chilena“, der Lieder für politische Zwecke im Sinn der sozialistischen und kommunistischen Ideen der Zeit zur Verbesserung der Situation der Arbeiter und Bauern einsetzte. (vergleichbar mit der „Nueva Trova“ in Kuba). Zu ihr gehören u.a. auch Patricio Manns  und die Kinder von Violeta Parra. Er spielte wiederholt in der chilenischen Folkloregruppe Cuncumén, die 2014 ein Album zur Hommenage an Jara veröffentlichte. Die Folklore entwickelte sich zunehmend im Kreis der Intellektuellen als Protest gegen die vorherrschende Populärmusik und wurde in den Wahlkampf von Allende einbezogen. Zu einem Lied der Gruppe Inti Illimani schrieb Jara den Text „Venceremos“ mit dem die die Unidad Popular (UP), ein Zusammenschluss von Sozialisten, Kommunisten und einigen kleineren Linksparteien, 1970 in den Wahlkampf zog. In der Folge der Wahlen  wurde Allende zum Präsident gewählt. Als die Militärs nach 3 Jahren das sozialistische Experiment mit Waffengewalt beendeten, begann unter der Militärdiktatur unverzüglich die Verhaftung von Tausenden von Mitgliedern und Unterstützern der UP. Victor Jara gehörte zu den ersten Opfern, sein Tod im Stadion von Santiago ging als Schreckensmeldung um die Welt.

Pete Seeger war in einem gewissen Sinn ein Verwandter im Geist. Auch Jara hatte ja Lieder von ihm gesungen. Ich höre nach wie vor gern eine Tonbandaufnahme aus dem Jahr 1977 von einem Konzert (Pete Seeger/Woody Guthry: Together, 1975), bei dem Pete Seeger ergreifend an den ermordeten Jara erinnert:
in Santiago, Chili, there was a great young songwriter, 47 years old, Victor Jara was his name, very popular there, and when the generals took over he was arrested, was tortured, took him to the soccer stadium, and there he started singing to keep up the spirits of the other prisoners. The gards told him to stop, so he didn’t stop, so they claimed down on their rifle butts, they crushed his arms, broke them both of the wrists, and then they shot him. But Victor Jara, he wrote a lot of songs, they are all trough, not only Chili but the rest of Latin America, they don’t get sung out in the open, but the songs are getting around. I wished I knew one of them to sing for you: I can’t sing Spanish that well, but just this afternoon I got the translation of the last poem he wrote. He was actually, it was the morning of the day he was shot, and he wrote this verse on a small piece of paper, and somehow it was smuggled out:

We are five thousand here in this little part of the sky
We are five thousand. How many more shall we be?
In the whole city, in the whole country, ten thousand hands
which can seed the fields, make run the factories
how much humanity now, with hunger and cold, panic, pain and terror.
Six of us are now lost in space, amoung the stars,
one dead, one beaten like we never knew a human being could be beaten
the other four wanting to die, wanting to leave all the terror
beating their heads against the wall.
The military carried out their plans with precision.
The blood is like medals for them.
Slaughter is the badge of their heroes and:
is this the world you created oh my god in seven days?
The blood of companjero presidente is stronger than bombs.
Oh you songs, you come out so badly.
When I must sing, the terror what I see,
I never saw or what I have felt or what I feel:
Hay canto, quema ??

And there is one song that a lot of you know, that all of you know, and this song was written 17 years ago by Cuban José Marti..yo soy un hombre sincero…

Mein Tonband ist nicht „uploadbar“, aber Aristide Duarte hat den Ausschnitt auf Youtube gestellt:

La cattiva strada

Fabrizio De André, Verfasst mit Francesco De Gregori

Vom Album „Volume 8“ bzw.bei mir auf der LP “The Best of Fabrizio de André”, Teldec 1977, die ich damals 19,90 DM  im Musikhaus Hamburg erstanden habe, wie das Preisschild sagt.

Das Lied ist geheimnisvoll und der Text fordert zum Interpretieren auf. Klar ist hier zunächst einmal gar nichts. Aber es geht irgendwie um die moralische Bewertung von Verhalten: Der Zuschauer einer Militärparade wird angespuckt: Das ist doch nichts wenn man es mit dem Potential der vorbeiziehenden Miltärkolonne vergleicht.  Der so Bespuckte folgt dem Geheimnisvollen auf dessen rauhen Weg. Als nächstes klaut er in einer Straße hinter dem Bahnhof einer Nutte das Geld. So ist es besser, das ist wie vorher, als es noch Liebe ohne Geld gab. Die Frau folgt dem Geheimnisvollen auf seinem harten Weg. Der Geheimnisvolle mit seinen eigenwilligen Handlungen, der irgendwo zwischen Zarathustra und Mephistopheles angesiedelt ist, verschwindet schließlich wie alle anderen Heilsbringer vorher auch. Die Menschheit diskutiert mal wieder über die Ethik: war das, was er tat nun gut oder schlecht? Sollen wir seinem Weg folgen? Letzteres ist sinnlos, so wie es das blinde Befolgen einer Gebotsethik auch, aber zum Trost gibt es für jeden etwas Liebe entlang seines eigenen, rauhen Wegs. Cattivo einfach nur mit Schlecht zu übersetzen finde ich unzureichend, es gibt weitere Bedeutungen und vielleicht ist es am besten, abwechselnd auf einige davon zurückzugreifen. Unter der Übersetzung finden sich weitere Optionen.

La cattiva strada

Alla parata militare
sputò negli occhi a un innocente
e quando lui chiese „Perché “
lui gli rispose „Questo è niente
e adesso è ora che io vada“
e l’innocente lo seguì,
senza le armi lo seguì
sulla sua cattiva strada.

Sui viali dietro la stazione
rubò l’incasso a una regina
e quando lei gli disse „Come “
lui le risposte „Forse è meglio è come prima
forse è ora che io vada “
e la regina lo seguì
col suo dolore lo seguì
sulla sua cattiva strada.

E in una notte senza luna
truccò le stelle ad un pilota
quando l’aeroplano cadde
lui disse „È colpa di chi muore
comunque è meglio che io vada “
ed il pilota lo seguì
senza le stelle lo seguì
sulla sua cattiva strada.

A un diciottenne alcolizzato
versò da bere ancora un poco
e mentre quello lo guardava
lui disse „Amico ci scommetto stai per dirmi
adesso è ora che io vada“
l’alcolizzato lo capì
non disse niente e lo seguì
sulla sua cattiva strada.

Ad un processo per amore
baciò le bocche dei giurati
e ai loro sguardi imbarazzati
rispose „Adesso è più normale
adesso è meglio, adesso è giusto, giusto, è giusto
che io vada “
ed i giurati lo seguirono
a bocca aperta lo seguirono
sulla sua cattiva strada,
sulla sua cattiva strada.

E quando poi sparì del tutto
a chi diceva „È stato un male“
a chi diceva „È stato un bene “
raccomandò „Non vi conviene
venir con me dovunque vada,
ma c’è amore un po‘ per tutti
e tutti quanti hanno un amore
sulla cattiva strada
sulla cattiva strada.

Der Weg mit X (X=cattivo)

Bei einer Militärparade
Spuckte er in die Augen eines Unschuldigen
Und als der ihn fragte „warum?“
Antwortete er ihm „das ist doch nichts.
Und jetzt ist es Zeit, dass ich gehe“
Und der Unschuldige folgte ihm.
Ohne Waffen folgte er ihm
Auf seinem unerbittlichen Weg.

Auf der Allee hinter dem Bahnhof
Stahl er die Einnahmen einer Hure.
Und als sie ihn fragte „wie?“
Antwortete er „vielleicht ist es besser, es ist wie vorher“
Vielleicht ist es Zeit, dass ich gehe.
Und die Hure folgte ihm
Mit ihrem Schmerz folgte sie ihm
Auf seinem entschiedenen Weg.

Und in einer mondlosen Nacht
Verstellte er einem Piloten die Sterne.
Als das Flugzeug abstürzte
Sagte er: Es ist die Schuld derer, die sterben
Wie auch immer es ist besser, dass ich gehe.
Und der Pilot folgte ihm
Ohne Sterne folgte er ihm
Auf seinem schrecklichen Weg.

Einem achtzehnjährigen Alkoholiker
Schenkte er noch etwas zu trinken nach
Und während der ihn anstarrte
Sagte er: Freund, ich wette du willst mir sagen
Es ist Zeit, dass ich gehe.
Der Alkoholiker verstand ihn
Er sagte nichts und folgte ihm
Auf seinem unguten Weg.

Bei einem Prozess in Liebesangelegenheiten
Küsste er die Geschworenen auf den Mund
Und auf ihre verlegenen Blicke
Antwortete er: jetzt ist es normaler
Jetzt ist es besser, jetzt ist es richtig
Richtig, es ist richtig dass ich gehe.
Und die Geschworenen folgten ihm
Mit offenem Mund folgten sie ihm
Auf seinem gnadenlosen Weg.

Und als er dann völlig verschwand
denjenigen, die sagten er war ein Übel
denjenigen, die sagten er war ein Wohl
Empfahl er: Es lohnt sich nicht für euch
Mir zu folgen wo auch immer ich hingehe
Aber es gibt für jeden ein wenig Liebe
Und jeder hat eine Liebe
Auf dem rauhen Weg
Auf dem schlechten Weg.

Weitere Angebote für X=Cattivo

Leo zu cattivo, cattiva  adj., schlecht, gemein, böse, Schlimm, Übel, ungut, beleidigend, negativ,

Synonyme zu hart:

streng, unfähig, verdorben, falsch, mies ,arg

furchtbar, grausam, hart, schrecklich, übel

hart, scharf, übertrieben kritisch

fest, hart, knallhart, tandhaft

abweisend, arg, ausfallend, ausfällig, barsch, bedeutsam, borstig, brüsk, böse, deftig, derb, despotisch, drastisch, erheblich, garstig, gebieterisch, gewalttätig, gnadenlos, grantig, gravierend, grob (Adjektiv), grobgliedrig, grobschlächtig, grobschrötig, groß, großkörnig, gröblich, hanebüchen, hart, heftig, herb, herrisch, kalt, knorrig, knurrig, kräftig, lieblos, massiv, plump, rabiat, rau, roh, ruppig, rüde, rüpelhaft, rüpelig, schlimm, schrecklich, schroff, schwerwiegend, selbstherrlich, stiefmütterlich, taktlos, unangenehm, unbarmherzig, unbearbeitet, unbehauen, unbestimmt, unfein, unfreundlich, ungehobelt, ungenau, ungeschlacht, ungeschliffen, ungesiebt, ungesittet, ungraziös, unhöflich, unkultiviert, unmanierlich, unrein, unscharf, unweiblich, unwirsch, unzivilisiert, verschwommen, vierschrötig, übel

bewiesen, brutal, ehern, eiskalt, fest, fundiert, gnadenlos, grausam, hart (Adjektiv), hartherzig, kalkhaltig, kalt, kaltblütig, kräftig, schlecht, schlimm, schmerzhaft, schwierig, stark, starr, steif, steinern, steinhart, streng, unangenehm, unbarmherzig, ungerührt, unnachgiebig, unzweifelhaft, verkrampft, vernichtend, verspannt, zusammengezogen

bitter, hart, herb (Adjektiv)

bestimmt, diktatorisch, eisern, energisch, erbarmungslos, gebieterisch, hart, rigoros (Adjektiv), rücksichtslos, streng, strikt, unerbittlich

akkurat, charakterfest, fest, fundiert, gediegen, gelehrt, hart, integer, kapitalkräftig, rechtschaffen, richtig, rustikal, solide (Adjektiv), stabil, strapazierfähig, tadellos, unbescholten, vernünftig, vortrefflich, wohlhabend, zuverlässig

barbarisch, bestialisch, brutal, diabolisch, entmenscht, entsetzlich, erbarmungslos, gefühllos, gefühlskalt, gewalttätig, gnadenlos, grausam (Adjektiv), hart, inhuman, kalt, kaltblütig, skrupellos, unbarmherzig

barbarisch, bestialisch, brutal, diabolisch, entmenscht, entsetzlich, erbarmungslos, gefühllos, gefühlskalt, gewalttätig, gnadenlos, grausam (Adjektiv), hart, inhuman, kalt, kaltblütig, skrupellos, unbarmherzig

abgehärtet, abgestumpft, abweisend, cool, eisig, emotionslos, empfindungslos, erbarmungslos, frigid, frigide, frostig, gefühllos, gefühlsarm, gefühlskalt, gleichgültig, grausam, hart, hartherzig, herzlos, indifferent, kalt (Adjektiv), kaltblütig, kaltherzig, kühl, lieblos, mitleidslos, nüchtern, skrupellos, spartanisch, steinern, unbarmherzig, unfreundlich, ungemütlich, ungerührt

erbarmungslos, gefühllos, hart, kaltblütig, kaltherzig, kaltschnäuzig (Adjektiv), rücksichtslos, unnachgiebig

autoritär, beißend, einfach, entschieden, erbarmungslos, genau, gnadenlos, grundsätzlich, hart, penetrant, puritanisch, scharf, schlicht, schwer, streng (Adjektiv)

aggressiv, bissig, böse, energisch, frostig, harsch (Adjektiv), hart, herrisch|herrischem, scharf, streng, Tonfall, verletzend

anstrengend, aufreibend, beschwerlich, hart, mühevoll, mühsam (Adjektiv), mühselig, schwer, strapaziös

hart, robust, taff (Adjektiv)

aushärten (Verb), erhärten, erstarren, festigen, hart, verfestigen, verhärten, werden

abgebrüht (Partizip II), abgestumpft, gefühllos, gefühlskalt, hart, hartgesotten, hartherzig, kaltblütig, unempfindlich, ungerührt

entschieden, furchtgebietend, gestreng (Adjektiv), hart, rau, rigid, rigide, rigoros, scharf, streng, unerbittlich, unnachsichtig

Das Lied unter pazifistischer Sehweise:

Deine Augen

Steige auf die Erhöhung, dann kann ich in deine Augen hineinschauen

Du bist größer als ich – ich steige auf die Erhöhung,
damit ich in deine Augen hineinschauen kann

Wie bleich bist Du im Mondschein und wie dunkel
sind Deine Augen – Sie sind so groß, daß sie den
halben Himmel bedecken – Ich kann fast nicht deine Züge sehen
– aber ich sehe undeutlich Deine weißen Zähne, wenn sie lächeln –

Ich friere etwas – und wie dunkel der Wald ist – Siehst Du nicht ein Tier darin
– ist es ein Stein – oder ein Haupt – ein Schlangenhaupt

Wenn wir so stehen – und meine Augen schauen in deine großen Augen hinein
im bleichen Mondlicht – weißt Du, dann – flechten zarte Hände unsichtbare Fäden
die werden um mein Herz gebunden – werden von meinen Augen geführt
durch Deine großen dunklen Augen – hinein um Dein Herz
Deine Augen sind jetzt groß – Sie sind so nah bei mir
Sie sind wie zwei große dunkle Himmel.
Übersetzung von Burkhard Krumkühler

Bild: „Sommernatt“ („Sommernacht“)

Dine øine

Stå op på Tuen så kan jeg se ind i dine øine

Du er høiere end jeg – jeg står op på Tuen,
så jeg kan se ind i Dine øine

Hvor bleg Du er i maaneskinnet og hvor
Dine øine er mørke – De er så store at de
dækker halve himmelen – Jeg kan næsten
ikke se Dine træk – men jeg skimter Dine
hvide tænder når de smiler –

Jeg fryser lidt – og hvor mørk skoven er –
Ser Du ikke et Dyr derinde – er det en sten
– eller et hoved – et slangehoved

– Jeg føler Du smiler

Når vi står sånn – og mine øine ser inn i Dine
store øine – i det blege maanelys – ved Du
da – fletter fine hænder usynlige tråde – der
bindes om mit hjerte – ledes fra mine øine –
gjennom Dine store mørke øine – ind om
Dit hjerte – Dine øine er store nu – De er
så nær meg – De er som to store mørke
Himmeler

Dine øine. Ein Kuss aus Sicht des Dichters, des Malers, des Musikers

Kari Bremnes, Gesang, Ketil Bjørnstad, Komposition. Edward Munch, Dichtung

Die Stimme von Kari Bremnes ist unverwechselbar, eindringlich und kraftvoll. Beim Hören Ihrer Lieder fühlt man sich geborgen und bekommt die verschiedensten Stimmungen intensiv vermittelt. In der Zusammenarbeit mit dem norwegischen Universalkünstler Ketil Bjørnstad (Musiker, Komponist, Schriftsteller) ist die Vertonung einiger Gedichte von Edward Munch unter dem Titel Løsrivelse (Loslassen) entstanden. Das Werk war wohl als nationales Kulturerbe für Norweger gedacht, jedenfalls enthält das der CD beigefügte Booklet die Texte nur im Original mit einem kleinen Ausdruck eines dazu ausgewählten Gemäldes. Da es mir trotz der Nähe unserer Sprachen nicht möglich war, den Inhalt herauszulesen, habe ich mich auf die Suche nach einer deutschen Fassung der Gedichte begeben und bin dabei in einem Forum auf den freundlichen Übersetzter Burkhard Krumkühler gestoßen, der mir seine Übersetzung zukommen ließ und bei dem ich mich hier nochmals bedanke. Als ich Kari in Hannover an einem 30.Januar im Konzert erlebte, kam sie direkt aus ihrem Heimatort auf den Lofoten, wo man am Vortag zum ersten Mal nach 8 Wochen Polarnacht freudig einen zarten Lichtschimmer zu entdeckt hatte: ein falbes Licht von einer sich langsam wieder über den Horizont erhebenden Sonne. Dem Lied ist im Begleitheft der CD das Gemälde „Sommernatt“ aus dem Jahr 1893 zugeordnet: auch eine besondere Stimmung auf 60° nördlicher Breite. Aber jetzt Augen zu und Phantasie an: