Die mosaische Trennung

Eine markante Stelle in der Bibel im alten Testament betrifft die Geschichte von Moses und dem goldenen Kalb. Hier meldet sich zunächst Gott zu Wort: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“. Moses fordert daraufhin die Leviten auf, all jene zu töten, die sich nicht zu dem einen Gott bekennen möchten. Die Leviten folgen Moses aufs Wort: das kostet dreitausend Menschen das Leben. Die Stelle lässt sich als endgültiger Sieg des Monotheismus verstehen und geht mit der mosaischen Unterscheidung in treue Anhänger Gottes und Heiden einher. (vgl. Jan Assmann, Moses der Ägypter, 1997 und aktuell „Die Gewalt des einen Gottes“. Die Monotheismusdebatte zwischen Jan Assmann, Micha Brumlik, Peter Sloterdejk und anderen, Berlin 2014). Peter Sloterdejk sagt über diese Stelle in der Bibel, sie habe eine neue Qualität des Tötens begründet: „Es dient nicht mehr nur dem Überleben eines Stammes, sondern dem Triumph eines Prinzips“.

Moses 2, Exodus, Die Leviten üben Gericht an den Übertretern

Als nun Mose sah, dass das Volk zügellos geworden war – denn Aaron hatte ihm die Zügel schießen lassen, seinen Widersachern zum Spott ,da stellte sich Mose im Tor des Lagers auf und sprach: Her zu mir, wer dem HERRN angehört! Da sammelten sich zu ihm alle Söhne Levis. Und er sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Jeder gürte sein Schwert an seine Hüfte, und geht hin und her, von einem Tor zum anderen im Lager, und jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund und seinen Nächsten! Und die Söhne Levis machten es, wie ihnen Mose gesagt hatte, und an jenem Tag fielen vom Volk an die 3000 Männer.

Y viendo Moisés al pueblo desenfrenado, porque Aarón les había permitido el desenfreno para ser burla de sus enemigos se paró Moisés a la puerta del campamento, y dijo: El que esté por el SENOR, venga a mí. Y se juntaron a él todos los hijos de Leví. Y él les dijo: Así dice el SENOR, Dios de Israel: „Póngase cada uno la espada sobre el muslo, y pasad y repasad por el campamento de puerta en puerta, y matad cada uno a su hermano y a su amigo y a su vecino. Y los hijos de Leví hicieron conforme a la palabra de Moisés; y cayeron aquel día unos tres mil hombres del Pueblo.

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Bye bye my Love: Kubanischer Künstler zur Emigration in Richtung USA

Im Roman nehmen die Einwohner von Macondo an einem Tanz ums goldene Kalb in Form der United Fruit Company, dem Bananenanbau und den damit verbundenen Dollars teil. Die Forderungen nach Verbesserung der Gehälter und Arbeitsbedingungen manifestiert sich in Demonstrationen. Eine große Versammlung der Arbeiter mit ihren Frauen und Kindern nimmt sich wie ein Volksfest aus.  Gnadenlos beenden Staat und Company das Tänzchen mit dem Massaker der 3000 am Bahnhofsplatz.

„José Arcadio Segundo no habló mientras no terminó de tomar el café. -Debían ser como tres mil -murmuré. -¿Qué? -Los muertos -aclaró él-. Debían ser todos los que estaban en la estación.” Pdf S.127 “-Eran más de tres mil -fue todo cuanto dijo José Arcadio Segundo-. Ahora estoy seguro que eran todos los que estaban en la estación.” Pdf S.129 Die Geschicht aus Aureliano Segndos Kindermund tut Wahrheit kund. Wie schon José Arcadio macht der Sohn den Eindruck eines Verrückten, ist dabei aber äußert hellsichtig: “Aureliano Segundo descubrió esa amistad mucho tiempo después de iniciada, cuando oyó al niño hablando de la matanza de la estación. Ocurrió un día en que alguien se lamentó en la mesa de la ruina en que se hundió el pueblo cuando lo abandonó la compañía bananera, y Aureliano lo contradijo con una madurez y una versación de persona mayor. Su punto de vista, contrario a la interpretación general, era que Macondo fue un lugar próspero y bien encaminado hasta que lo desordenó y lo corrompió y lo exprimió la compañía bananera, cuyos ingenieros provocaron el diluvio como un pretexto para eludir compromisos con los trabajadores. Hablando con tan buen criterio que a Fernanda le pareció una parodia sacrílega de Jesús entre los doctores, el niño describió con detalles precisos y convincentes cómo el ejército ametralló a más de tres mil trabajadores acorralados en la estación, y cómo cargaron los cadáveres en un tren de doscientos vagones y los arrojaron al mar. Convencida como la mayoría de la gente de la verdad oficial de que no había pasado nada, Fernanda se escandalizó con la idea de que el niño había heredado los instintos anarquistas del coronel Aureliano Buendía, y le ordenó callarse. Aureliano Segundo, en cambio, reconoció la versión de su hermano gemelo. En realidad, a pesar de que todo el mundo lo tenía por loco, José Arcadio Segundo era en aquel tiempo el habitante más lúcido de la casa.” Pdf S.143 f Die Moral von der Geschichte: Wer nicht zum Prinzip des uneingeschränkten oder neoliberalen Kapitalismus steht, der gehört nicht zu den Auserwählten. Er steht auf der Abschussliste.

Hermes Trismegistos alias Melchíades der Alchemist

Die Alchemie spielt eine zentrale Rolle in 100 Jahre Einsamkeit. Wie ein Rahmen liegt sie als Meta-Geschichte über der eigentlichen Erzählung. Wie bei Alchemisten üblich, ist die Metageschichte in einer Geheimsprache verfasst und erschließt sich nur dem eingeweihten Adepten. Dieser muss aus eigenem Antrieb Rätsel um Rätsel lösen, um zur Erleuchtung zu gelangen. Das Ganze geht stufenlos ins esoterisch oder religiöse über. Zentrale Figur im alchemistischen Spiel ist dabei zunächst Melchíades. Er prägt den Roman wie kaum eine zweite Figur. Er ist auf von der ersten Seite an präsent und auf den letzten Seiten liest Aureliano postum aus seinen Aufzeichnungen. Diese sind nichts weniger als die Geschichte des Romans und seiner Figuren in verschlüsselter Form. Der letzte der Sippe Buendía kann es deshalb bei der Lektüre kaum erwarten, ans Ende der Aufueichnungen zu gelangen: ihn erwartet die Lektüre seines eigenen Schicksals!

Der alte Ziegeuner Melchíades wird mit den Attributen von Hermes Trismegistos beschrieben und ähnelt dessen Darstellung auf alten Kupferstichen : “corpulento, de barba montaraz y manos de gorrión”(Kapitel 1, pdf S.3) und “con el sombrero de alas de cuervo, como la materialización de un recuerdo que estaba en su memoria desde mucho antes de nacer.”(Kapitel XVIII, pdf S.147) Er gleicht dem Gott aus der Familie des Zeusclans mit dem geflügelten Helm.

http://earthstation1.simplenet.com
Kupferstich aus Michael Maier, Symbola aurea mensae, Frankfurt a.M. 1617

„Die Götter-Gestalt des Hermes Trismegistos (griechisch Ἑρμῆς Τρισμέγιστος für „dreimal größter Hermes“) ist eine synkretistische Verschmelzung des griechischen Gottes Hermes mit dem ägyptischen Gott Thot. Bis in die frühe Neuzeit glaubte man, Hermes Trismegistos hätte tatsächlich gelebt und wäre der Verfasser der nach ihm benannten hermetischen Schriften.“ „Namengebend für Hermes waren ursprünglich als Wegmarken für Reisende dienende Steinhaufen, später Stelen mit einem Kopf und einem erigierten Phallus, eben die sogenannten Hermen. Hermes war der Gott der Reisenden, Hirten, Kaufleute und Diebe, Bote des Zeus und Totenbegleiter.“ Wikipedia

Als Reisender hat er die entferntesten Orte der Welt durchstreift: “Sobrevivió a la pelagra en Persia, al escorbuto en el archipiélago de Malasia, a la lepra en Alejandría, al beriberi en el Japón, a la peste bubónica en Madagascar, al terremoto de Sicilia y a un naufragio multitudinario en el estrecho de Magallanes.” (pdf S.5)

Als Kaufmann bzw. Merkantilist (D), mercenaire (F), mercader (S) ist er ein Nachfahre von Merkur, der römischen Variante des Hermes. Seine Anpreisungen der neuesten Erfindungen sind unschlagbar, man kauft ihm gerne alles ab. Seit den Tagen des Quellekatalogs freuen wir uns auf die Ankunft unserer Päckchen durch den Hemes Versand. Auf den antiken Statuen wird der Götterbote stets mit dem geflügelten Helm dargestellt, der besagten Kappe mit den Lederklappen im Roman, bei deren Anblick in Aurelianos Vorstellung Bilder auftauchen, die weit vor seine Zeit zurückreichen: nämlich über das alte Rom und das antike Griechenland bis ins Reich der Pharaonen

Interessant ist die Bedeutung des Hermes Urtyps Thot in der ägyptischen Mythologie. „Thot war der Gott des Mondes, der Astronomie bzw. Astrologie, der Magie und Medizin. Seit ca. 1500 v.Chr. erscheint er als der Gott der Weisheit, der Sprache, des Schreibens und als Schöpfer der Gesetze von Himmel und der Erde. Man brachte ihn insbesondere mit esoterischem Wissen in Verbindung und nannte ihn „den Geheimnisvollen“ oder den „Unbekannten“. (Klaus Priesner, Karin Figala, Alchemie, Lexikon einer hermetischen Wissenschaft, München 1998, S.173). Auch in dieser Funktion erleben wir  den Alten mit dem Rauschebart im Roman: in Geheimschrift Prophezeiungen auf Pergament schreibend. Seine Kenntnisse der Alchemie sind profunde.

Und wieder blaut ein neuer Tag

Im Roman klingen Opern, Bilder und Gedichte an. Ein Beispiel ist das Gedicht „Today“ von Thomas Carlyle (1795-1881). Es taucht in unterschiedlichen Zusammenhängen und gewandelter Zitierweise auf. Ein Beispiel dazu von S. 446 der Ausgabe von zweitausendeins: „Gereizt warf er die Zeitung auf die Fensterbank und schaute hinaus in den grauen Himmel. – Es blaut ein Tag…mal wieder, murmelte er, während die gemessenen Harfenklänge im Hintergrund erstarben und er sich vom Fenster wegdrehte.“

Thomas Carlyle

Today

So here hath been dawning

Another blue Day:

Think wilt thou let it

Slip useless away.

 X

Out of Eternity

This new Day is born;

Into Eternity,

At night, will return.

 X

Behold it a foretime

No eye ever did:

So soon it forever

From all eyes is hid.

 X

Here hath been dawning

Another blue Day:

Think wilt thou let it

Slip useless away.

Aufgefrischt

Basierend auf Molières Misantrophe und in unsere Zeit übertragen. Der Misantroph ist vielleicht gar kein Feind der Menschen. Die von Molière beschriebenen Charaktere leben unter uns. Immer. Unschlagbar gut ist die auf dem Misantrophe aufbauende Dichtung von Hans-Magnus Enzensberger.

PHILINTE

Du kannst die Menschen gar nicht leiden.

ALCESTE

Am liebsten möchte ich sie ganz vermeiden

PHILINTE

Und nimmst Du niemand aus von Deinem Haß?

Du solltest doch bedenken, dass…

ALCESTE

Ach hör mir auf! Ich dreh die Hand nicht um.

Bei uns herrscht doch das reinste Gangstertum

Statt sich zu sagen: Nein das geht zu weit!

ist man zu jeder Kungelei bereit.

dein bester Freund versetzt dich irgendwann

Und biedert sich bei dem Gesindel an

Komplizen seid ihr! Ekel! Borstentiere!

Nimm nur das Schwein mit dem ich prozessiere.

Es gibt an diesem Kerl nichts zu durchschauen

Ein jeder weiß: dem Mann ist nicht zu trauen.

Sein blauer Blick, sein dümmliches Gehüstel

täuscht nicht einmal den Pikkolo im Bristol

Sowas frißt Dreck, kommt hoch durch Korruption

Und hat auf einmal eine Position

Der Mann geht selbstverständlich über Leichen,

um einen satten Abschluß zu erreichen;

doch laut sagt keiner, daß er ein Faschist,

ein Lumpenhund und Mafiioso ist

Man findet das im Gegenteil noch schick,

man lädt ihn ein, man schreckt vor nichts zurück.

Und eines Tages sitzt er im Senat.

Mit solchen Typen macht man bei uns – Staat.

Je mehr du stiehlst, je höher steigt dein Wert.

Mich macht das alles krank. Mir kehrts

Den Magen um. Am leibesten möchte ich fliehen

aus diesem Kaff und in die Wüste ziehen

Im Fluss seien

Fluss Aare (960x1280)
Die Aare im Berner Oberland

Wir sind die Zeit. Wir sind die berühmte

Gleichung von Heraklit dem dunklen Denker.

Wir gleichen dem Wasser, nicht dem harten Diamant

Sind was sich verliert, nicht das was bleibt.

Wir sind dieser Fluss und wir sind dieser Grieche,

der sich darin betrachtet. Sein Spiegelbild

wandelt sich im Wasser, dem wechselhaften Spiegel,

diesem Kristall der sich wandelt wie das Feuer.

Wir sind der leichtfertig angelegte Fluss

auf dem Weg zu seinem Meer. Dunkelheit hat uns umringt.

Alles sagt Lebewohl, alles entschwindet.

Die Erinnerung prägt keine Münzen.

Aber es gibt gleichwohl etwas, das bleibt

Aber es gibt gleichwohl etwas, das klagt

mit deutschen Wörtern nachvollzogen von Robert Seidemann 

Flüssen gleich

06042014
Wesertal im Frühling

Wir sind die Zeit Sind die berühmte

Parabel von Heraklit dem Obskuren.

Wir sind wie das Wasser, nicht wie der harte Diamant

Das was sich verflüchtigt, nicht das was bleibt.

Wir sind dieser Fluss und sind wie jener Grieche,

der sich im Fluss betrachtet. Sein Abbild

verändert sich im Wasser wie in einem wechselhaften Spiegel

in diesem Kristall der altes verändert wie das Feuer.

Wir sind der vorbestimmte Fluss.

mit Kurs auf sein Meer. Schatten hat ihn verfinstert

Überall Abschied, alles vergeht.

Die Erinnerung prägt keine Münzen.

Aber trotzdem gibt es etwas, das bleibt

Aber trotzdem gibt es etwas, das klagt

Curt Meyer Claasen, Mitte des letzten Jhd.

Son los ríos

Somos el tiempo. Somos la famosa

parábola de Heráclito el Oscuro.

Somos el agua, no el diamante duro,

la que se pierde, no la que reposa.

Somos el rio y somos aquel griego

que se mira en el rio. Su reflejo

cambia en el agua del cambiante espejo,

en el cristal que cambia como el fuego.

Somos el vano rio prefijado,

Rumbo a su mar. La sombra lo ha cercado

Todo nos dijo adiós, todo se aleja.

La memoria no acuna su moneda.

Y sin embargo hay algo que se queda

Y sin embargo hay algo que se queja.

Jorge Louis Borgés

Recognitions

Eine nicht enden wollende Kette von Wiedererkennen zieht sich durch das Buch. Wenn man den ausgelegten Pisten von Gaddis folgt, gerät man schnell in andere Geisteswelten. Viele sind längst vergangen, haben aber in Wörtern, Bildern, Texten oder der Musik ein für allemal Zeichen gesetzt, sind in unsere Gedankenwelt eingegangen. Es handelt sich um eine Art von Kulturgeschichte der westlichen Zivilisation, ähnlich wie sie von Friedel verfasst wurde, nur eben jetzt in Romanform.

Generell sind bei Gaddis die drei Grundpfeiler des des amerikanischen Wesens beschrieben:
Geld (JR) Religion (Recognitions) und Gerichtsbarkeit (Frolic of ist own).

Religion

Unter der trostlosen Oberfläche des Sonntäglichen Einerleis der Gottesdienste einer reformierten und dabei zu Tode säkularisierten Gemeinde „die grauen Gesichter“ besinnt sich Referent Gwyon auf das katholische Christentum. Heilige, Märtyrer, Päpste und ihre häretischen Gegenspieler ziehen an ihm vorüber. Das Ganze gewürzt mit ironischen Anspielungen auf Namen und Orte die sich zwar auf den ersten Blick authentisch klingen, aber reine Ironie sind. Dazu gehört der Aufenthalt im Kloster San Zwingli de la Otra Vez, einer verwegenen Kreuzung des Schweizer Reformators mit den Spanischen Mönchen vom anderen Mal mit dem Orgelspieler Manomuerto, dem toten Händchen. Von da aus sind es nur noch wenige Schritte zum Mithraskult. Feierliche Anlässe sind dazu Weihnachten, die Saturnalien, das Mithrasfest, die heidnischen Feiern der Wintersonnenwende, alles findet zur gleichen Zeit statt, dient im weltlichen Bereich gleichen Zwecken und wird kreuz und quer zitiert.

Musik: Es klingt immer wieder Musik: z.B.Opern

Malerei: Schwerpunkt ist die flämische Malerei und als Thema die Fälschung der Werke bzw. der Hinzuerfindung

Literatur

Poesie: es klingen Gedichte an, oft nur angedeutet

Polyglott: das Buch enthält Passagen auf: Deutsch, Ungarisch, Spanisch, Französich

Alceste und Philinte im Dialog

Alceste en bicyclette : un film sympathique et post moderne sur une pièce de théâtre de Molière m’a rappelé que je possède la version original des classiques Larrousse et une traducion de Hans-Magnus Enzensberger. Le misanthrope est une pièce étonnant. Les personnes principales non point changé depuis 1650, ce qui est la grande surprise.

PHILINTE

Vous voulez un grand mal à la nature humaine !

ALCESTE

Oui ! J’ai conçu pour elle, une effroyable haine.

PHILINTE

Tous les pauvres mortels, sans nulle exception,

Seront enveloppés dans cette aversion ?

Encore, en est-il bien, dans le siècle où nous sommes…

ALCESTE

Non, elle est générale, et je hais tous les hommes :

Les uns, parce qu’ils sont méchants, et malfaisants ;

Et les autres, pour être aux méchants, complaisants,

Et n’avoir pas, pour eux, ces haines vigoureuses

Que doit donner le vice aux âmes vertueuses

De cette complaisance, on voit l’injuste excès,

Pour le franc scélérat avec qui j’ai procès ;

Au travers de son masque, on voit à plein le traître,

Partout, il est connu pour tout ce qu’il peut être ;

Et ses roulements d’yeux, et son ton radouci,

N’imposent qu’à des gens qui ne sont point d’ici.

On sait que ce pied plat, digne qu’on le confonde,

Par de sales emplois, s’est poussé dans le monde :

Et, que, par eux, son sort, de splendeur revêtu,

Fait gronder le mérite, et rougir la vertu.

Quelques titres honteux qu’en tous lieux on lui donne,

Son misérable honneur ne voit, pour lui, personne

Nommez-le fourbe, infâme, et scélérat maudit,

Tout le monde en convient, et nul n’y contredit.

Cependant, sa grimace est, partout, bienvenue,

On l’accueille, on lui rit ; partout, il s’insinue ;

Et s’il est, par la brigue, un rang à disputer,

Sur le plus honnête homme, on le voit l’emporter.

Têtebleu, ce me sont de mortelles blessures,

De voir qu’avec le vice on garde des mesures ;

Et, parfois, il me prend des mouvements soudains,

De fuir, dans un désert, l’approche des humains.

Streitgespräch über einen Gottesbeweis

Der kurze Dialog findet auf Latein statt. Die Existenz Gottes wird durch ein Wunder bewiesen, aber es gibt unerwartete Kritik.

Espiritú a Martinique, F
Dämon, Martinique, Karibik

„-Un momento -dijo-. Ahora vamos a presenciar una prueba irrebatible del infinito poder de Dios.

El muchacho que había ayudado a misa le llevó una taza de chocolate espeso y humeante que él se tomó sin respirar. Luego se limpió los labios con un pañuelo que sacó de la manga, extendió los brazos y cerró los ojos. Entonces el padre Nicanor se elevó doce centímetros sobre el nivel del suelo. Fue un recurso convincente. Anduvo varios días por entre las casas, repitiendo la prueba de la levitación mediante el estímulo del chocolate, mientras el monaguillo recogía tanto dinero en un talego, que en menos de un mes emprendió la construcción del templo. Nadie puso en duda el origen divino de la demostración, salvo José Arcadio Buendía, que observó sin inmutarse el tropel de gente que una mañana se reunió en torno al castaño para asistir una vez más a la revelación. Apenas se estiró un poco en el banquillo y se encogió de hombros cuando el padre Nicanor empezó a levantarse del suelo junto con la silla en que estaba sentado.

-Hoc est simplicisimun -dijo José Arcadio Buendía-: homo iste statum quartum materiae invenit.

El padre Nicanor levantó la mano y las cuatro patas de la silla se posaron en tierra al mismo tiempo.

-Nego -dijo-. Factum hoc existentiam Dei probat sine dubio.

Fue así como se supo que era latín la endiablada jerga de José Arcadio Buendía. El padre Nicanor aprovechó la circunstancia de ser la única persona que había podido comunicarse con él, para tratar de infundir la fe en su cerebro trastornado. Todas las tardes se sentaba junto al castaño, predicando en latín, pero José Arcadio Buendía se empecinó en no admitir vericuetos retóricos ni transmutaciones de chocolate, y exigió como única prueba el daguerrotipo de Dios. El padre Nicanor le llevó entonces medallas y estampitas y hasta una reproducción del paño de la Verónica, pero José Arcadio Buendía los rechazó por ser objetos artesanales sin fundamento cien-tífico. Era tan terco, que el padre Nicanor renunció a sus propósitos de evangelización y siguió visitándolo por sentimientos humanitarios. Pero entonces fue José Arcadio Buendía quien tomó la iniciativa y trató de quebrantar la fe del cura con martingalas racionalistas. En cierta ocasión en que el padre Nicanor llevó al castaño un tablero y una caja de fichas para invitarlo a jugar a las damas, José Arcadio Buendía no aceptó, según dijo, porque nunca pudo entender el sentido de una contienda entre dos adversarios que estaban de acuerdo en los principios. El padre Nicanor, que jamás había visto de ese modo el juego de damas, no pudo volverlo a jugar. Cada vez más asombrado de la lucidez de José Arcadio Buendía, le preguntó cómo era posible que lo tuvieran amarrado de un árbol.

-Hoc est simplicisimun -contestó él-: porque estoy loco. Desde entonces, preocupado por su propia fe, el cura no volvió a visitarlo, y se dedicó por completo a apresurar la construcción del templo.“
Gabriel García Márquez, Cien años de soledad, Pdf. S.36